In MedTech-Unternehmen entstehen jeden Tag Daten: Anforderungen, Testfälle, Messprotokolle, Endprüfungen, klinische Beobachtungen, PMS-Fragebögen, Complaints, CAPAs, Risikobewertungen und Change Requests. Die eigentliche Herausforderung ist längst nicht mehr, Daten zu sammeln. Die Herausforderung ist, sie rechtzeitig zu verstehen.
Genau hier werden Calculated Fields interessant. Sie bringen Berechnungslogik dorthin, wo die Daten bereits liegen: in die strukturierte Orcanos-Umgebung. Werte müssen nicht mehr exportiert, in Excel konsolidiert, manuell geprüft und anschließend wieder interpretiert werden. Das System selbst wird zur Auswertungsumgebung.
Für Entscheider bedeutet das: ein aktuelleres Bild von Entwicklung, Qualität und Risiko. Für Anwender bedeutet es: weniger Nebenlisten, weniger Copy-and-paste, weniger Diskussionen über Datenstände. Und für regulierte Organisationen bedeutet es: konsistentere Informationen dort, wo Nachvollziehbarkeit zählt.
Mehr als eine Formelspalte
Calculated Fields wirken auf den ersten Blick wie eine vertraute Idee aus Excel: Ein Feld berechnet einen Wert aus anderen Feldern. Doch der Unterschied liegt im Kontext. In Orcanos steht eine Berechnung nicht isoliert in einer Tabelle, sondern im Zusammenhang mit Work Items, Parent-Items, Child-Items, Traceability, Workflows und Dashboards.
Das ist mehr als Komfort. In der Medizintechnik ist Kontext ein Qualitätsmerkmal. Ein Messwert ist nur dann wertvoll, wenn klar ist, zu welchem Test, welcher Anforderung, welchem Risiko, welcher Produktvariante oder welchem Release er gehört. Calculated Fields können genau diese Struktur nutzen, um aus einzelnen Datenpunkten belastbare Prozessinformationen zu machen.
Der elektronische Stapel Ihrer Messprotokolle
Stellen Sie sich den elektronischen Stapel Ihrer Messprotokolle vor: End-of-Line-Prüfungen, Verifikationsläufe, Validierungstests, Serienprüfungen, Laborwerte, klinische Follow-ups, PMS-Rückmeldungen und Fragebögen aus der Anwendungspraxis. Heute werden solche Daten häufig gesammelt, exportiert, sortiert, bereinigt und in Excel neu ausgewertet.
Mit Calculated Fields verschiebt sich diese Logik. Der Stapel bleibt nicht nur digital, er wird intelligent. Grenzwertüberschreitung, Mittelwerte, Min- und Max-Werte, Standardabweichungen, Counts, Fehlerquoten oder Abweichungen können direkt im System berechnet werden. Die Auswertung entsteht dort, wo die Daten erhoben werden.
Der Nutzen ist unmittelbar: Teams verlassen Orcanos nicht, um in Excel eine parallele Wahrheit zu bauen. Dashboards können mit berechneten Echtzeitdaten arbeiten. Auffälligkeiten werden früher sichtbar. Und Entscheidungen beruhen weniger auf nachträglich aufbereiteten Reports, sondern stärker auf laufenden Signalen aus Entwicklung, Test, Risiko und Qualität.
Wie Calculated Fields in Orcanos gedacht sind
Die Stärke von Calculated Fields liegt in der hierarchischen Datenlogik. Berechnungen können Informationen aus dem aktuellen Work Item verwenden, Daten aus übergeordneten Parent-Items einbeziehen oder untergeordnete Child-Items aggregieren. Damit folgt die Berechnung nicht einer künstlichen Tabellenstruktur, sondern dem tatsächlichen Produkt- und Prozessmodell.
Berechnungen im Work Item
Auf der einfachsten Ebene berechnet ein Feld Werte innerhalb eines einzelnen Objekts. Das kann eine Abweichung zwischen Soll- und Istwert sein, ein Score aus mehreren Parametern, ein Aufwand aus Zeit und Kostensatz oder ein Reifegrad aus definierten Statusinformationen. Für Anwender ist das besonders wertvoll, weil operative Informationen nicht erst interpretiert werden müssen, sondern direkt aussagefähig werden.
Abbildung: Formeldefinition auf drei hierarchischen Ebenen
Daten aus Parent-Items nutzen
Parent-Informationen helfen, Redundanz zu vermeiden. Parameter, die für viele untergeordnete Objekte gelten, müssen nicht mehrfach gepflegt werden. Eine Produktvariante, ein Projektkontext, eine Prüfspezifikation oder ein übergeordneter Grenzwert kann zentral hinterlegt und in Child-Items verwendet werden. Das reduziert Fehler und stärkt die Konsistenz der Datenbasis.
Child-Items aggregieren
Besonders stark wird die Funktion, wenn viele untergeordnete Datensätze zusammengeführt werden. Wie viele Tests sind bestanden? Wie viele Defekte sind offen? Welche Messwerte überschreiten Grenzwerte? Welche CAPAs sind überfällig? Welche Risiken haben noch offene Maßnahmen? Aus Einzelobjekten entsteht ein verdichtetes Bild, das für Management, QA, R&D und Regulatory gleichermaßen lesbar wird.
ALM: Entwicklung wird messbarer
In der Produktentwicklung reicht der reine Objektstatus oft nicht aus. Orcanos-Dashboards können zeigen, wie viele Requirements, Tests oder Defects in welchem Status stehen. Calculated Fields gehen einen Schritt weiter: Sie berechnen aus diesen Objekten neue Kennzahlen – etwa Testabdeckung je Requirement, offene Defekte pro Release, Erfüllungsgrade, Abweichungen oder Risikoindikatoren. So wird aus Statusvisualisierung echte Entscheidungslogik.
Ein ALM-Team sieht damit nicht nur, dass Tests offen oder bestanden sind. Es erkennt, wie vollständig ein Requirement abgesichert ist, welche Releases durch Defekte blockiert werden und wo Risiken durch fehlende Verifikation bestehen. Das Dashboard bleibt die Oberfläche – Calculated Fields liefern die verdichteten Werte, die aus vielen Einzelobjekten eine steuerbare Aussage machen.
Der Effekt ist nicht nur operativ. Auch die Kommunikation verändert sich. R&D, QA und Regulatory sehen denselben Datenstand. Diskussionen verschieben sich von „Wer hat die aktuelle Liste?“ zu „Was blockiert die nächste Entscheidung?“ Das verkürzt Abstimmungen und macht Entwicklungsfortschritt belastbarer.
Test-Management: Messreihen werden zu Signalen
Tests erzeugen in der Medizintechnik große Datenmengen: Verifikations- und Validierungsläufe, Endprüfungen, Serienprüfungen, Grenzwerttests, Wiederholprüfungen, Prüfschritte nach Variante oder Charge. In vielen Organisationen entsteht daraus eine zweite Auswertungswelt in Excel. Genau dort liegt ein großer Hebel.
Calculated Fields können Messwerte aggregieren, Durchschnittswerte berechnen, Ausreißer identifizieren, Fehlerquoten verdichten oder Grenzwertverletzungen sichtbar machen. Testergebnisse lassen sich nach Produktvariante, Testtyp, Prüfschritt oder Charge auswerten. Was früher nachgelagert in Tabellen entstand, wird Teil des laufenden Testprozesses.
Das ist vor allem dann wertvoll, wenn Trends früh erkannt werden müssen. Wenn eine Messreihe schleichend driftet, eine Variante häufiger auffällig wird oder ein Prüfschritt überdurchschnittlich viele Abweichungen erzeugt, sollte diese Information nicht erst im nächsten Excel-Report auftauchen. Sie sollte im System sichtbar werden, solange noch gehandelt werden kann.
Risk Management: Risiken aus echten Daten neu bewerten
Risikomanagement ist in Orcanos bereits stark strukturiert: FMEA-Werte werden berechnet, Governance-Abfragen und Filter können offene Maßnahmen, kritische Risiken oder fehlende Nachweise sichtbar machen. Genau deshalb sollten Calculated Fields nicht als Ersatz für diese Funktionen verstanden werden. Ihr Wert beginnt dort, wo aus mehreren vorhandenen Informationen eine neue, wiederkehrende Steuerungsgröße entstehen soll.
Ein Filter kann zeigen, welche Risiken offene Maßnahmen haben. Ein Calculated Field kann daraus eine Kennzahl machen: etwa den Anteil abgeschlossener Maßnahmen je Risiko, die gewichtete Restoffenheit über kritische Risiken hinweg oder einen aggregierten Verifikationsgrad für eine Produktvariante. Es geht nicht darum, jede Abfrage in eine Formel zu verwandeln. Es geht darum, wiederkehrende Bewertungslogik dort zu verankern, wo sie zuverlässig gebraucht wird.
Für Risk Reviews bedeutet das: weniger Werkzeuggläubigkeit, mehr Präzision. Was sich mit Governance-Filtern sauber beantworten lässt, bleibt eine Abfrage. Was sich regelmäßig aus mehreren Datenpunkten berechnen lässt und als Kennzahl in Entscheidungen, Dashboards oder Reviews wiederkehrt, ist ein Kandidat für Calculated Fields. Nur weil man einen Hammer hat, sollte nicht alles wie ein Nagel aussehen.
eQMS und PMS: Qualität wird laufend auswertbar
Auch außerhalb der Entwicklung entstehen Daten, die für Produktentscheidungen wichtig sind: Complaints, Service-Rückmeldungen, CAPAs, Effectiveness Checks, Post-Market-Surveillance-Erhebungen, klinische Beobachtungen, PMCF-Fragebögen oder Kundenfeedback. Häufig liegen diese Informationen zwar digital vor, aber nicht ausreichend verdichtet.
Calculated Fields können solche Daten nach Produkt, Symptom, Ursache, Schweregrad, Markt oder Zeitraum strukturieren. CAPA-Laufzeiten, Eskalationen, überfällige Aufgaben, wiederkehrende Ursachen oder offene Wirksamkeitsprüfungen werden messbar. Qualität wird damit nicht erst am Ende dokumentiert, sondern während des laufenden Prozesses steuerbar.
Der entscheidende Punkt: Diese Signale können zurück in Entwicklung, Risiko und Change Control fließen. Wenn eine Beobachtung aus dem Markt auf eine Designschwäche hindeutet, darf sie nicht in einem Bericht versanden. Sie muss zur Frage werden: Braucht es eine CAPA, eine neue Risikobewertung, einen zusätzlichen Test oder einen Design Change?
Dashboards werden besser, wenn die Daten vorher klüger werden
Viele Dashboards scheitern nicht am Design, sondern an der Datenqualität. Wenn Kennzahlen erst außerhalb des Systems berechnet werden, ist jede Auswertung eine Momentaufnahme mit offenem Verfallsdatum. Calculated Fields verändern die Ausgangslage: Berechnete Werte werden Teil der Datenbasis und können unmittelbar visualisiert werden.
Das macht Dashboards operativer. Sie zeigen nicht nur, was eingetragen wurde, sondern was daraus folgt: Testabdeckung, Fehlerquoten, Risikotrends, CAPA-Fristen, Abweichungen, offene Maßnahmen, Grenzwertverletzungen oder Reifegrade. Aus Reporting wird Navigation.
Für Führungskräfte entsteht ein konsistenter Blick auf die Organisation. Für Macher entsteht ein praktisches Steuerungsinstrument. Und für Audits entsteht eine bessere Ausgangslage, weil Berechnung, Datenquelle und Prozesskontext enger zusammenliegen.
Kontrollierte Logik statt Excel-Schattenwelt
Excel bleibt ein mächtiges Werkzeug. Aber in regulierten Entwicklungs- und Qualitätsprozessen wird es problematisch, wenn zentrale Kennzahlen in lokalen Dateien entstehen. Dann stellen sich schnell Fragen nach Version, Datenquelle, Berechtigungen, Nachvollziehbarkeit und Interpretation.
Calculated Fields verlagern wiederkehrende Berechnungen in eine kontrollierte Umgebung. Die Logik wird administrativ definiert, validiert und für Anwender als berechnetes Feld sichtbar. Das reduziert nicht jede Analyse, aber es reduziert die gefährliche Routinearbeit: Exportieren, Umformatieren, Formel kopieren, Datei speichern, Ergebnis erklären.
Gerade in der MedTech-Industrie ist das ein wichtiger Unterschied. Denn es geht nicht nur um Effizienz. Es geht um Datenintegrität, Auditfähigkeit und Vertrauen in Kennzahlen, auf deren Basis Entwicklungs-, Qualitäts- und regulatorische Entscheidungen getroffen werden.
Was Teams zuerst ausprobieren sollten
Der beste Einstieg ist nicht die komplizierteste Formel. Und er liegt auch nicht dort, wo Orcanos mit Governance-Filtern und Dashboards bereits eine saubere Antwort liefert. Testabdeckung, überfällige CAPAs oder offene Maßnahmen lassen sich oft besser über Statuslogik, Abfragen und Visualisierung steuern. Calculated Fields werden interessant, wenn aus vorhandenen Werten ein neuer, wiederkehrender Rechenwert entstehen soll.
Gute Startpunkte sind deshalb praktische Auswertungen, die heute typischerweise in Excel landen: Mittelwerte, Abweichungen und Streuungen aus Testprotokollen; berechnete Prüfkennzahlen aus Messreihen; Aufwandsschätzungen im Task Management; oder die Summe geplanter Arbeitsaufwände mehrerer Aufgaben, die zur Behebung einer CAPA notwendig sind. Hier entsteht echter Mehrwert, weil nicht nur gefiltert, sondern gerechnet wird.
Die Leitfrage lautet: Suche ich Objekte – oder berechne ich aus Objekten einen neuen Wert? Wenn die Antwort eine Liste ist, reichen oft Filter und Dashboards. Wenn die Antwort eine Kennzahl ist, etwa Gesamtaufwand, Durchschnittswert, Abweichung, Streuung oder Kostenindikator, ist ein Calculated Field der bessere Kandidat. So bleibt das Werkzeug präzise eingesetzt und die Plattform klar.
Fazit: Von der Datensammlung zur Prozessintelligenz
Calculated Fields sind kein spektakuläres Oberflächenfeature. Ihr Wert liegt tiefer. Sie machen vorhandene Orcanos-Daten entscheidungsfähiger. Sie verbinden operative Datenpunkte mit Prozesslogik. Und sie helfen MedTech-Teams, aus Tests, Risiken, Qualitätsereignissen und klinischen Beobachtungen schneller belastbare Signale zu gewinnen.
Wer heute Messprotokolle, Testlisten, PMS-Fragebögen oder CAPA-Übersichten regelmäßig exportiert, sollte genauer hinsehen. Vielleicht ist die wichtigste Frage nicht mehr, wie man die nächste Excel-Auswertung verbessert. Sondern welche Auswertung gar nicht mehr außerhalb des Systems entstehen sollte.
Impulse für den nächsten Schritt: Prüfen Sie, welche Kennzahlen heute noch manuell entstehen, welche Daten bereits in Orcanos strukturiert vorliegen und welche Entscheidung durch eine berechnete Echtzeitkennzahl spürbar besser würde.
Q&A – Häufig gestellte Fragen zu Calculated Fields in Orcanos
Calculated Fields schaffen aus vorhandenen Daten neue Kennzahlen. Die folgenden Fragen zeigen, wann sie Mehrwert schaffen, wo Dashboards oder Governance-Filter die bessere Wahl sind und wie MedTech-Teams typische Excel-Auswertungen direkt in Orcanos abbilden können.
Wann sind Calculated Fields sinnvoller als Dashboards?
Calculated Fields sind sinnvoll, wenn eine neue Kennzahl aus vorhandenen Daten berechnet werden soll. Dashboards zeigen Informationen an, die bereits existieren. Calculated Fields erzeugen dagegen neue, wiederverwendbare Werte wie Durchschnittswerte, Aufwandssummen, Abweichungen oder Ressourcenkennzahlen und schaffen damit die Grundlage für aussagekräftige Dashboards.
Dashboards beantworten typischerweise Fragen wie „Wie viele Anforderungen sind offen?“ oder „Welche CAPAs sind überfällig?“. Wenn die eigentliche Frage jedoch lautet „Wie hoch ist der Gesamtaufwand?“, „Wie groß ist die durchschnittliche Abweichung?“ oder „Wie stark ist ein Risiko bereits mitigiert?“, dann wird eine Berechnung benötigt. Genau dort entfalten Calculated Fields ihren Mehrwert.
Ein häufiger Fehler besteht darin, jede Analyseaufgabe mit Dashboards lösen zu wollen. In vielen Fällen ist die eigentliche Herausforderung jedoch nicht die Visualisierung, sondern die Berechnung der zugrunde liegenden Kennzahl. Erst wenn diese Logik im System verankert ist, entstehen belastbare Echtzeitinformationen.
Können Calculated Fields Excel in MedTech-Unternehmen vollständig ersetzen?
Nein. Calculated Fields ersetzen nicht jede Analyse in Excel. Sie eignen sich jedoch hervorragend für wiederkehrende Berechnungen, die regelmäßig für Entscheidungen, Qualitätsbewertungen oder Reviews benötigt werden. Dadurch sinkt die Abhängigkeit von lokalen Tabellen deutlich.
Excel ist nach wie vor ein wertvolles Werkzeug für Ad-hoc-Analysen und explorative Auswertungen. Problematisch wird es erst, wenn wichtige Kennzahlen dauerhaft außerhalb des kontrollierten Systems gepflegt werden. Dies wirft Fragen hinsichtlich Versionen, Datenquellen, Berechtigungen und Nachvollziehbarkeit auf.
Für regulierte MedTech-Organisationen ist das besonders relevant. Wenn wiederkehrende Berechnungen direkt in Orcanos stattfinden, bleiben Datenquelle, Berechnungslogik und Ergebnis im selben kontrollierten Umfeld. Das steigert Datenintegrität und Auditfähigkeit und reduziert gleichzeitig den manuellen Aufwand.
Welche Daten lassen sich mit Calculated Fields auswerten?
Calculated Fields können Daten aus einzelnen Work Items berechnen, Informationen aus Parent-Items übernehmen und Werte aus Child-Items aggregieren. Dadurch lassen sich Kennzahlen über mehrere Hierarchieebenen hinweg automatisch erzeugen.
Typische Beispiele sind Testabdeckungen, durchschnittliche Messabweichungen, Aufwandsberechnungen, Fehlerquoten oder aggregierte CAPA-Aufwände. Auch Risikokennzahlen, Ressourcenbedarfe und Qualitätsmetriken können aus vorhandenen Informationen automatisch verdichtet werden.
Der entscheidende Vorteil liegt dabei im Kontext. Während Tabellen Daten häufig isoliert betrachten, bleiben Berechnungen in Orcanos immer mit Anforderungen, Risiken, Tests, Aufgaben oder CAPAs verknüpft. Dadurch entstehen Kennzahlen mit deutlich höherer Aussagekraft.
Wie helfen Calculated Fields bei Testprotokollen und Messreihen?
Calculated Fields machen aus einzelnen Testergebnissen auswertbare Kennzahlen. Mittelwerte, Standardabweichungen, Grenzwertverletzungen, Fehlerquoten oder statistische Trends können direkt im System berechnet werden, ohne dass Testdaten exportiert werden müssen.
Gerade im Testmanagement entstehen häufig große Mengen strukturierter Messdaten. Viele Unternehmen exportieren diese Informationen noch immer nach Excel, um Auswertungen durchzuführen. Dieser Schritt kostet Zeit und erhöht das Risiko inkonsistenter Datenstände.
Wenn die Berechnung unmittelbar in Orcanos erfolgt, werden Trends früher sichtbar. Teams erkennen Abweichungen oder Drift-Effekte bereits während laufender Testkampagnen. Dadurch können Probleme früher adressiert werden, bevor sie sich in Entwicklung, Produktion oder Risikoanalysen fortsetzen.
Welche Vorteile bieten Calculated Fields im CAPA-Management?
Calculated Fields helfen dabei, den tatsächlichen Ressourcenbedarf einer CAPA sichtbar zu machen. Statt nur offene oder überfällige Maßnahmen anzuzeigen, können Aufwand, Arbeitsstunden und Ressourcen über mehrere Aufgaben hinweg automatisch berechnet werden.
Viele CAPA-Prozesse konzentrieren sich auf Fristen und Statusinformationen. Für eine wirksame Steuerung reicht das jedoch oft nicht aus. Entscheidend ist häufig die Frage, wie viel Arbeit noch aus Investigation, Umsetzung, Verifikation und Wirksamkeitsprüfung resultiert.
Durch automatisierte Aufwandsaggregation entstehen belastbare Planungsdaten. Teams können Ressourcenengpässe früher erkennen und Maßnahmen realistischer priorisieren. Das verbessert nicht nur die Transparenz, sondern auch die operative Umsetzungsfähigkeit.
Wann sollte man lieber Governance-Filter statt Calculated Fields verwenden?
Governance-Filter sind die bessere Wahl, wenn Objekte gefunden oder überwacht werden sollen. Calculated Fields sind dagegen sinnvoll, wenn aus vorhandenen Daten ein neuer Wert berechnet werden muss.
Ein Filter beantwortet Fragen wie „Welche Risiken haben offene Maßnahmen?“ oder „Welche CAPAs sind überfällig?“. Das Ergebnis ist eine Liste von Objekten. Calculated Fields beantworten dagegen Fragen wie „Wie hoch ist der Erfüllungsgrad?“ oder „Wie groß ist der verbleibende Ressourcenaufwand?“.
Ein guter Praxistest lautet deshalb: Wenn das gewünschte Ergebnis eine Liste ist, genügt meist ein Filter. Wenn das gewünschte Ergebnis eine Kennzahl ist, spricht vieles für ein Calculated Field.
Was ist der beste Einstieg in Calculated Fields?
Beginnen Sie mit wiederkehrenden Berechnungen, die heute regelmäßig in Excel durchgeführt werden. Besonders geeignet sind Durchschnittswerte, Messreihenanalysen, Aufwandsschätzungen oder aggregierte Arbeitsaufwände aus mehreren Aufgaben.
Viele Teams starten mit zu komplexen Formeln und verlieren dadurch schnell Akzeptanz. Erfolgreicher ist ein pragmatischer Ansatz: Zuerst jene Berechnungen identifizieren, die regelmäßig exportiert und manuell nachgerechnet werden.
Diese Anwendungsfälle liefern meist sofort sichtbaren Nutzen. Gleichzeitig schaffen sie Vertrauen in die Datenbasis und zeigen schnell den Vorteil einer zentralen Berechnungslogik innerhalb des Systems. Das erleichtert die spätere Einführung weiterer Calculated Fields erheblich.

